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salon claudine
Le Figaro
oder absolut Hair-Phobie.
Entgegen allen Klischees von Frau und Friseur gehe ich nur äußerst ungern zum Coiffeur. Und wenn es hoch kommt, nur einmal im Jahr. Ich leide noch immer unter dem Trauma, als ich vor Unzeiten den Salon eines fashionablen Innenstadt-Starfigaros als ganz normaler Mensch betrat und als Rod Stewart wieder herauskam. Von diesem Schock habe ich mich, wie man sich denken kann, nie ganz erholt. Seither pflege ich langhaarigen Wildwuchs und sehne mich insgeheim danach, daß sich Liz Taylor-Turbane bei uns als Mode-Must durchsetzen.
Nie mehr bad hair days!
Muß ein tolles Lebensgefühl sein. Aber jedes Mal, wenn ich Freundinnen mit absolut schnieken neuen Kurzhaar-Kreationen oder diesen exakt lässigen Fransenschnitten treffe, überfällt mich der masochistische Drang, wieder einmal bei einem Trendfriseur Haare zu lassen.
Dabei kann ich sie längst in zwei Gruppen einteilen: Die, die mich vorsätzlich entstellen (ich sage nur Dauerwelle, halb kahlgeschorener Kopf – alles schon unverlangt dagewesen), und der Rest, bei denen eine optische Veränderung meinerseits nur mit dem Mikroskop wahrnehmbar ist. Was erstaunlicherweise meistens extra teuer ist, aber möglicherweise besitzt die Verstümmler-Kategorie einen Rest von Schamgefühl. Das war auch so als mir der angesagteste flippigste Hairstylist den langweiligsten Sekräterinnen-Cut der Welt verpaßte.
Die Gespräche mit Kategorie 2 verlaufen außerdem einseitig einsilbig.
Ich: "Wie wär’s mit kürzer?"
Er: "Nein, lang steht dir."
Ich: "Vielleicht heller? Oder dunkler?"
Er: "Eigentlich finde ich Braun scheußlich, aber dir paßt es."
Ich: "Meschen?"
Er: "Eventuell. Aber nur im selben Farbton, damit sie unsichtbar wirken."
Ich: "Oder ganz was anderes?"
Er: "Du bist nicht der Typ."
Okay, okay, ich gebe mich geschlagen. Ich will eigentlich nur sexy, schön, toll, super aussehen. Aber Friseure hassen mich und versagen mir a better look, the big change, was auch immer.
Gestern habe ich es wieder getan. Die Nacht davor hatte ich Alpträume: Ich sitze gerade beim Schneiden, passe eine Sekunde nicht auf und plötzlich sehe ich aus wie Limahl, habe einen Pagenkopf, Minipli oder einen seltsamen Mop statt Haaren.

Diesmal wollte ich diesen ultracoolen, trendig-lasziven Stirnfransen-Look, ein bißchen Sixties-Mod und 80er gemixt – it’s so hot right now! Ich hätte mich dafür sogar zu Blond überreden lassen. Aber nix da. Derzeit sehe ich aus wie eine Mischung aus Gundel Gaukeley, Heidi Klum und Ulrike Meinhof im Miniformat. Man gewöhnt sich daran.
Musiktipps für Haarphobiker:
• Digable Planets - Blowout Comb
• Happy Mondays - Kinky Afro
• Pavement - Cut Your Hair
• Nick Cave - Black Hair
• Chris & Cosey - Hairy Beary
und anything von Haircut 100, Afghan Whigs, New Wet Kojak, Cutting Crew oder The Mullets
by Meriwether
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